Das wird wieder eine lässige G’schicht!“ Magdalena Lobnig konnte die Vorfreude auf ihren Ausflug in die USA nicht verbergen. Quasi zum Saisonabschluss gönnt sich die 28-Jährige zum 6. Mal die  „Head Of The Charles® Regatta“. Die 54. Auflage geht vom 20. bis 21. Oktober auf dem Charles River in Szene: 3 Meilen stromaufwärts auf einem Gewässer mit vielen Biegungen und Brücken, vorbei an rund 230.000 Zusehern. Sie werden dem Großraum Boston an diesen zwei Tagen Einnahmen in Höhe von rund 72 Millionen Dollar bescheren.

Obwohl der Zweitages-Event inzwischen also zu einem Wirtschaftsfaktor geworden ist, hat er sein Flair behalten. Lobnig: „Ein Rennen zum Genießen, eine der schönsten Regatten überhaupt!“ Atmosphärisch nur noch zu vergleichen mit Oxford-Cambridge. Womit wir beim Stichwort wären: denn der Schauplatz der größten Regatta der Welt liegt in Boston und (dem US) Cambridge. Der Vorort von Boston beherbergt die weltberühmte Harvard Universität, die auch die Initialzündung für die erste Auflage anno 1965 gegeben hat.

Rudern zählt in den Staaten zu den großen Uni-Sportarten. Ein Umstand, der sich auch im (medialen) Interesse des US-Klassikers niederschlägt: „Es werden wieder TV-Interviews und Autogrammstunden auf dem Programm stehen“, weiß Lobnig. Kein Wunder, schließlich befindet sich unter den rund 11.000 Teilnehmern (u.a. aus vielen Schulen und Unis) aus 24 Nationen, aufgeteilt in zig Rennen, auch die „Crème de la Crème“ (Lobnig) des Rudersports.

Österreichs Ruder-Aushängeschild hat eine beeindruckende Serie zu verteidigen: Bislang hat Lobnig auf dem Charles River nämlich noch jedes Mal einen Sieg feiern können. Diesmal aber sind die Rahmenbedingungen andere. Früher wurden die besten Einer-Ruderinnen der Welt eingeladen, um sich gemeinsam in einem „Great Eight“ am Riemen zu reißen, heuer gibt es ein Einer-Einzelzeitfahren. Und da erwächst Österreichs zweifacher WM-Bronzemedaillen-Gewinnerin, Europameisterin 2016 und Gesamtweltcup-Siegerin 2017 immens harte Konkurrenz in Genevra Stone, Silbermedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele in Rio. Lobnig: „Sie ist dort daheim, kennt den Fluss also ganz genau, und das kann auf rund 5 Kilometern natürlich ein Vorteil sein.“

Übrigens: Nach Boston reist Lobnig weiter zum nächsten Einladungsrennen nach Philadelphia, das eine Woche später steigt.