Sonne, Strand und Zimmer mit Meerblick – aber von Urlaub keine Spur für Magdalena Lobnig im italienischen Sabaudia. Denn Lobnig absolviert 90 Kilometer südöstlich von Rom das bereits dritte Trainingslager seit Dezember.

Voller Fokus auf die Olympischen Sommerspiele in Tokio mit mehr als 30 Trainingsstunden pro Woche. Waren Pisa (ITA) und Le Grau-du-Roi (FRA) Neuland für die 29-Jährige, kennt sie rund um Sabaudia praktisch alles und jeden. „Ich habe hier mein allererstes Trainingslager im Ausland absolviert und war seither insgesamt sicher zehn Mal da“, ist es für Lobnig nach so vielen Jahren bereits „ein bisschen wie heim kommen“.

Bestens vertraut ist der Einer-Ruderin auch der Tagesablauf: am Vormittag wird gerudert, am Nachmittag werden entweder Rennrad-Kilometer gesammelt, Gewichte in der Kraftkammer bewegt oder der nahe Monte Circeo erklommen.

Vor allem die Einheiten im neuen Boot, das vor vier Wochen in Südfrankreich erstmals getestet wurde, machen richtig viel Spaß. „Ich verbessere mich von Woche zu Woche, werde stärker und schneller – im Boot und am Rad“, läuft der Grundlagenaufbau für die Olympia-Saison nach Plan – und mit so vielen Open-Air-Einheiten und Kilometern am Wasser wie nie zuvor in der kalten Jahreszeit. „Normalerweise habe ich die Winter immer großteils am Ergometer verbracht, aber diese neuen Reize machen es sehr spannend.“

Mitverantwortlich dafür ist die deutsche Trainingsgruppe von Robert Sens, der sich Lobnig nach der geschafften Olympia-Qualifikation im Herbst angeschlossen hat. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten. „Es geht alles in die richtige Richtung! Ich fühle mich sehr wohl, wurde von der Gruppe super aufgenommen und kriege einerseits neue Inputs und andererseits Sicherheit. In Kombination mit dem Training daheim ist es die perfekte Mischung! Ein großes Dankeschön auch an den Österreichischen Ruderverband, der mich optimal unterstützt und dafür sorgt, dass ich mich voll und ganz auf meine Vorbereitung konzentrieren kann.“

Sens sieht sich vor allem als Beobachter und steht in ständigem Austausch mit Heimtrainer Kurt Traer, schickt Videos und Zeiten durch. „Magdalena ist eine absolute Weltklasseathletin, sehr intelligent und strukturiert. Kurt ist ein absoluter Fachmann, den ich seit vielen Jahren kenne und schätze. Und ich darf seit Herbst ab und zu meinen Senf dazugeben“, so der Olympia-Fünfte im Doppelvierer von Athen 2004 über die Zusammenarbeit.

Von den Fortschritten des ÖRV-Aushängeschilds zeigt er sich angetan: „Magdi hat in den letzten vier Monaten sehr, sehr gut trainiert und sich eine gute Basis erarbeitet. Jetzt geht es darum, dass sie gemeinsam mit Kurt die Intensitäten erhöht, um dann bei den Olympischen Spielen wirklich in die Situation zu kommen, bis zum Schluss ganz vorne mitzukämpfen.“

 

Quelle: ÖOC/Schwabl