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Vorbereitung auf eine Ausfahrt

Um eine Ausfahrt freudvoll und sicher gestalten zu können, sollten einige Vorbereitungen getroffen werden - dazu gehören:

  • Informationen über das zu befahrende Gewässer einholen
  • Ausrüstung vorbereiten
  • Bootszustand überprüfen
  • Wind- und Wetterbericht einholen

Eine Schwimmweste ist beim Schleußen in Österreich verpflichtend, aber auch abseits der gesetzlichen Vorschriften ein sinnvoller Ausrüstungsgegenstand, vor allem bei tiefen Wassertemperaturen.

Wetterberichte liefern sichere Hinweise, ob eine längere Ausfahrt sinnvoll durchgeführt werden kann, oder nicht (Screenshot von www.zamg.ac.at). Auf Seen kann es Sturmwarnung geben (blinkende Lichter am Ufer o.Ä.)

Spiegelglattes Wasser - doch der Schein trügt: dichte Wolken deuten auf ein nahendes Gewitter. Bei Gewittern können sich die Bedingungen blitzartig ändern und hohe Wellen aufkommen

Informationen über das zu befahrende Gewässer einholen

Gewässer haben unterschiedliche Tücken - während in einem Fall tückische Strömungen, Staumauern, Wehre oder andere Hindernisse eine Rolle spielen, sind andere Gewässer ganz besonders windanfällig. Informationsquellen sind ortsansässige Ruder- und Wassersportvereine, Webseiten oder die Literatur.

Fließkraftwerke verändern die Gefahrenlage: bei stromab wehendem Wind ist im Staubereich mit viel höheren Wellen zu rechnen als in strömenden Gewässern, geöffnete Schleußen unterhalb des Kraftwerks, wie in der Abb. gezeigt, verursachen starke Turbulenzen. Solche Flussabschnitte sollten mit dem Ruderboot unbedingt gemieden werden.

Revierinformationen Donau

Ausrüstung vorbereiten

Welche Ausrüstung erforderlich ist, hängt von der Länge der Ausfahrt, der Art des Gewässers und der Jahreszeit ab.

Bei Strompartien kann die Rückfahrt stromab bei Gegenwind bzw. mit geringerer Ruderintensität deutlich wärmere Kleidung erfordern als es für das Stromauffahren erforderlich ist, ein Bootssack mit warmer Kleidung ist ratsam.

Sinnvolle Ausrüstungsgegenstände:

  • Wasserdichter Sack, der am Boot fixiert wird
  • Kleidung zum Überziehen/Wechseln: winddichte Weste, Regenjacke T-shirt zum Wechseln
  • Wassersportschuhe (falls ausgestiegen werden muss)
  • Getränk und Verpflegung
  • Werkzeug (10er-Schlüssel, 13er-Schlüssel, Schraubenzieher)
  • Spanngurte oder Seile - zur Fixierung des Bootes
  • Sonnenschutzausrüstung (Creme, Kappe, Brille)
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung
  • Klebeband zur Notreparatur eines Bootes
  • Gefäß zum Ausschöpfen eines voll geschlagenen Bootes. Die professionelle Lösung dafür sind sogenannte Lenzeimer (=Ösfass)
  • Schwimmweste (für Schleußungen auf der Donau verpflichtend, bei tieferen Wassertemperaturen dringend empfohlen)
  • bei der Befahrung von Wasserstraßen: Schiffahrtszeichen u.Ä. aus der Anlage der Wasserstraßenverkehrsordnungverordung auf´s Handy laden; Handy wasserdicht verpacken
  • bei unbekannten Strecken Google-Maps-Offlinekarte des befahrenen Bereichs auf das Handy laden
  • Ist ein Transport mit einem Bootwagen (bei einem Kraftwerk) geplant, weichen Gegenstand zum Unterlegen mitnehmen, z.B. eine „Schwimmnudel“ oder ein Sitzerlauflage aus einem weichen Material
  • „Schwimmnudel“ oder Sitzerlauflage als Unterlage für Transporte mit Bootswagen
  • Bootshaken zur Fixierung oder zum Abstoßen im Schleußenbereich

Essentiell für jede größere Ausfahrt - ein wasserdichter Sack, in dem Kleidung zum Wechseln, Handy etc. sicher aufbewahrt werden können.

Zustand des Bootes überprüfen

Nur ein ordnungsgemäß gewartetes Boot ist auch sicher - lockere Schrauben, aber auch abgerissene Sicherungsbändchen bei Ruderschuhen können die Sicherheit gefährden.

Sicherungsbändchen zwischen Schuh und Stemmbrettplatte - die Ferse des Schuhs darf nur so weit anhebbar sein, dass der Schuh waagrecht steht. Fehlt das Sicherungsbändchen bzw. ist es zu lang, ist es im Falle einer Kenterung schwierig, die Füße aus dem Stemmbrett zu lösen.

Gemeinsame Kommandos und Wahl des Bootsführers/der Bootführerin

Damit dem Schifffahrtsgesetz Genüge getan wird und die Sicherheit des Ruderboots gewährleistet werden kann sollte unbedingt vor Antritt der Fahrt:

  • der/die Bootsführerin klar definiert werden. Meist wird es sich dabei um den Steuermann/die Steuerfrau handeln, es kann aber, z.B. zum Zwecke der Einschulung, auch ein unerfahrener Ruderer/eine unerfahrenere Ruderin steuern, und das Kommando von einer erfahrenen Person übernommen werden. Durch die Wahl des Bootsführers/der Bootsführerin wird eine klare Kommandostruktur gewährleistet, wodurch in Gefahrensituation rasch und entschlossen gemeinsam reagiert werden kann. Es muss allen klar sein, dass die Wahl des Kurses während des Ruderns nicht in der Mannschaft ausdiskutiert werden kann, alle demokratisch zu treffenden Entscheidungen müssen vorher getroffen werden.
  • gemeinsame Kommandos genutzt werden, die von allen verstanden werden. Dies ist besonders wichtig, wenn Ruderer/innen aus verschiedenen Vereinen bzw. Ländern erstmals miteinander fahren. Wird ein Kommando nicht oder nur mit Zeitverzögerung verstanden, können Gefahrensituationen entstehen, die leicht vermeidbar sind.

Kommando „Stoppen“ - die Blätter werden flach aufs Wasser gedrückt (im Bild etwas übertrieben dargestellt). Wichtig bei Gefahrensituationen


Wind- und Wetterbericht einholen

Eine Ausfahrt bei strahlendem Sonnenschein kann unverhofft in einem kalten Regenguss mit zuckenden Blitzen enden. Aus dem Grund sollte in jedem Fall der örtliche Wetterbericht eingeholt werden.

Informationsquellen:

  • Wetterbericht - z.B. 24-Stunden-Prognose auf www.wetter.at
  • Gewitterlage - Aldis Blitzradar: https://mobile.aldis.at/gewitterkarte.htm. Vorteil: der Verlauf der Blitzaktivität ist verfolgbar, ebenso ist eine Prognose für die nächste Stunde verfügbar, das Aufkommen von Gewittern daher oft gut prognostizierbar; Lightningmaps: www.lightningmaps.org - europaweite Blitzaktivität in Echtzeit

Einfluss des Windes auf die Wellenbildung: Je nach Lage und Größe eines Gewässers können - bei gleicher Windstärke - unterschiedlich große Wellen entstehen.

Aktuelle Blitze auf www.lightningmaps.org abrufbar.

Windrichtung in Längsachse eines Gewässers: mit zunehmender Länge eines Gewässers schaukeln sich die Wellen immer mehr auf. So wird Westwind am Wörthersee in Velden (links) weniger Wellen verursachen als in Klagenfurt (rechts). Bilder © 2020 TerraMetrics, Kartendaten © 2020

Bei strömenden Gewässern werden die Wellen vom Wind (hellblau) geglättet, wenn der Wind stromab bläst (Strömungsrichtung in gelb). Weht der Wind stromauf, bilden sich umso größere Wellen aus.Bilder © CNES/Airbus, Eurosense/Geodis Slovakia, Geoimage Austria, Maxar Technologies, Kartendaten ©2020.

Auch im Staubereich eines fließenden Gewässers bilden sich bei Wind in Strömungsrichtung höhere Wellen als in stärkerer Strömung.

Einfluss der Windrichtung: Leichter Mit- oder Gegenwind stört in der Regel nur wenig beim Rudern. Gegenwind verlängert jedoch die Fahrzeit. Langandauernder Seitenwind kann sehr störend sein, da die Ruderer bzw. Ruderinnen permanent Ausgleichsbewegungen durchführen müssen.


Sicherheit beim Rudern

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sicherheit/vorbereitung.txt · Zuletzt geändert: 2022/11/13 19:08 von veronikaebert