Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


fahrtechnik:manoever:wellen

Wellen

Wellen stellen ab einer gewissen Höhe eine Gefahr für Ruderboote da: die Boote können vollschlagen, wodurch das Weiterrudern unmöglich wird.

Sind hohe Wellen zu erwarten, sollten die Dollen eher hoch eingestellt werden (Einstellen der Dollenhöhe).

Wellen können entweder durch den Wind, durch Boote bzw. Schiffe oder Hindernisse verursacht werden.

Motorbootwellen -typischer Wellenverlauf


Bei Windwellen ist die Windrichtung zu beachten - Wellen „schaukeln“ sich entlang einer freien Wasserfläche auf.

Westwind am Wörthersee - im Bereich Klagenfurt (rechts) ist mit hohen Wellen zu rechnen, während man in Velden noch recht gut rudern kann (links)

Nordwind am Wörthersee - Ratsam ist es, am Nordufer (oben) zu rudern, das Südufer sollte gemieden werden. Die Fahrt parallel zu den Wellen (d.h. von Velden nach Klagenfurt oder umgekehrt) ist sehr unruhig.

Zudem sollte in Ufernähe, in windgeschützten Zonen gerudert werden. Die Überquerung einer großen freien Fläche (See) ist unbedingt zu vermeiden.


Ob Wellen ein Ruderboot gefährden können, hängt nicht nur von der Höhe der Wellen, sondern auch von ihrer Frequenz ab - je knapper die einzelnen Wellen aufeinanderfolgen, desto unangenehmer.

Langgezogene Wellen heben und senken das Boot, ohne dass Wasser hineinschwappt.

Besonders kniffelig sind Wellen, die gleichzeitig von mehreren Richtungen eintreffen.


Das Fahrverhalten sollte dabei an die Höhe der Wellen angepasst werden:

  • bei kleineren Wellen (bis 25 cm, d.h. Höhe des Waschbords) sollte das Boot 45-90 Grad (bis zum rechten Winkel) zu den Wellen gehalten werden, und der Krafteinsatz beim Rudern verringert werden („halbe Kraft“).
  • bei größeren Wellen wird das Boot parallel zu den Wellen gestellt, die Ruderer/innen unterbrechen ihre Fahrt auf das Kommando „Blatt“ oder „Ruder halt“. Währen die Wellen auf das Boot zulaufen, halten die Ruderer mit ihren Blättern Kontakt zur Wasseroberfläche und stabilisieren so seine Lage. Dabei spürt man auf der den einlaufenden Wellen zugewandten Seite einen deutlichen Gegendruck am Blatt. Diesem Druck sollte nicht nachgegeben werden, die Innenhebel werden annähernd auf gleicher Höhe gehalten, da das Boot sonst kippt.

Das Ruderboot sollte parallel zur Welle ausgerichtet werden. Sind die Wellen höher, wird die Länge des Ruderschlags verkürzt oder das Rudern gänzlich unterbrochen. Beim „Blatt legen“ bleibt das Blatt am Wasser liegen und stabilisiert die Lage des Bootes.

Wellen „abfangen“: Wenn Schiffswellen das Boot (von rechts kommend) erreichen, Boot parallel stellen. Dann Ruderblätter flach auf das Wasser drücken, dazu Innenhebel heben bzw. senken (gelber Pfeil). Im Wellental (violett) dabei Blätter durch Anheben des Innenhebels aktiv nach unten drücken, sodass diese den Kontakt zum Wasser nicht verlieren.

Gelingt es nicht, das Boot parallel zu stellen, können Wellen ins Boot „schwappen“ und im schlimmsten Falle zur Kenterung führen.

Höhere Wellen: Das Boot wird parallel zur Welle aufgestellt, dann Blatt gelegt („Ruder halt“), der Druck der Wellen wird durch Gegendruck mit dem zur einlaufenden Welle zeigenden Blatt „aufgefangen“. Bilder © 2020 GeoBasis-DE/BKG, GeoContent, Geoimage Austria, Maxar Technologies, Kartendaten ©2020

  • Bei sich kreuzenden Wellen sollte das Boot parallel zu den höchsten Wellen gestellt werden.

Da ungünstige Wellenverläufe, und damit ein Vollschlagen des Bootes nie ganz ausgeschlossen werden können, sollte auf jeden Fall ein Gefäß zum Ausschöpfen des Bootes mitgeführt werden.


Einfluss der Uferform auf den Wellenverlauf


Fahrtechnik

fahrtechnik/manoever/wellen.txt · Zuletzt geändert: 2021/05/10 19:39 von veronikaebert