1912 startete Dr. Alfred Heinrich, ein Ruderer des RC Pirat, als erster Österreicher bei den Olympischen Spielen. 2016 werden die ersten paralympischen Ruderer aus Österreich folgen. Aber der Reihe nach.

Bereits vor Jahren begann Florian Kremslehner mit Unterstützung des ÖRV, mit der Entwicklung des Pararowings in Österreich. Zu Beginn noch als Breitensportaktivität gedacht, legte man seit 2013 gemeinsam mit der neuen Führung des ÖRV den Fokus auf den Rennsport. Kurz darauf bestritt eine immer weiter wachsende Gruppe an Para-Ruderern bereits eine Reihe internationaler Großereignisse, die ihren Höhepunkt bei der Weltmeisterschaft 2015 in Aiguebelette (Frankreich) fand.

Diese außergewöhnliche Entwicklung die in Österreich stattfand, wurde auch von der FISA (internationaler Ruderverband) wahrgenommen. Auf Grund der raschen Entwicklung und weil die ÖRV-Sportler zweimal relativ knapp die Qualifikation für die Paralympics 2016 in Rio verpassten, wurden die österreichischen Ruderer nun mit einer Wildcard belohnt. Diese Wildcard ermöglicht dem ÖRV einen LTA Mix 4+ (Leg-Trunk-Arms Vierer mit Steuermann) nach Rio zu entsenden, welcher aus zwei weiblichen und zwei männlichen Ruderern und einer Steuerperson bestehen muss. Die dafür in Frage kommenden Athleten stellen sich am 3. und 4. Juli den Seatraces, mithilfe derer man die beste Mannschaft ermitteln möchte. Danach wird man ein Trainingslager abhalten, das mit der Teilnahme an der Gmundner Ruderregatta endet.

Nach vielen weiteren Trainingseinheiten, werden die ÖRV-Athleten am 2. September in Rio eintreffen. Die Paralympics finden von 7. bis 18. September in Rio statt. Die Ruderbewerbe finden von 9. bis 11. September statt. Der ÖRV wünscht den Athleten Maria Dorn, Gerheid Pahl, Johanna Beyer, Thomas Ebner, Rainer Putz und Benjamin Strasser sowie der Steuerfrau Erika Buchinger und den Trainern Christoph Affenzeller und Michael Hager alles Gute für die Vorbereitung zu den Paralympics.

Diese Teilnahme von österreichischen Ruderern stellt einen Meilenstein in der österreichischen Rudergeschichte dar. Damit ist der Beweis erbracht, dass Rudern in Österreich eine sogenannte inklusive Sportart ist. Das heißt, dass Pararowing in den täglichen Ruderbetrieb der Vereine und Verbände integriert ist.

Der Österreichische Ruderverband erhofft sich mit der Teilnahme des LTA Mix 4+ einen weiteren Aufschwung des Pararowing in Österreich. Viele potentielle Pararower werden erkennen, dass Rudern eine sehr attraktive Sportart ist und ihnen die Möglichkeit gibt, trotz Einschränkungen einen paralympischen Sport auszuüben. Die Athleten und vor allem deren Betreuer werden großartige Wettkämpfe gemeinsam mit Athleten aus der ganzen Welt erleben und werden diese Erfahrungen an die nächsten Generationen von Athleten weitergeben können. Dies wird zu einem nachhaltigen Wachstum dieser Sparte im Österreichischen Rudersport führen.

Besonders die Weltmeisterschaft 2019 in Ottensheim, bei der erstmals ein eigener Aufwärmbereich für Pararowing gebaut wird, wird ein weiterer Meilenstein für das Pararowing in Österreich sein. Der ÖRV will dort mit einer schlagkräftigen Mannschaft antreten, die sich zu Hause für die nächsten Paralympics in Tokio qualifizieren können wird.