Das Ableben unseres Vaters, Groß- und mittlerweile 7-fachen Urgroßvaters ist in Sportlerkreisen natürlich geprägt von den Erinnerungen an seine Erfolge.

Verständlicherweise sind einigen, wenn auch schon gereiften Generationen die Medaillengewinne bei den Olympischen Spielen 1956 und 1960 nach wie vor präsent.

Wenige können gegebenenfalls noch die zahlreichen Podestplätze bei Europameisterschaften, sowie Medaillen bei internationalen Meisterschaften, alle errudert mit seinem langjährigen Partner Joe Kloimstein, unter Anleitung der Trainerlegende Franz Sika in den Bootsgattungen Zweier o. oder Zweier mit Stm., abrufen.

Selbstredend sind solche, schon damals medienwirksamen, Erfolge für eine Sportart wie Rudern sehr erfreulich und bedeutend.

Viel wirkungsvoller aber waren und sind nach wie vor die Erfolge auf nationaler Ebene, unter denen bspw. auch vier Staatsmeistertitel in einem Donau Linz / Vereinsachter oder im Vierer mit Stm. errungen wurden.

Die Folgen dieser Leistungen haben für den Verein und regionalen Rudersport eine bedeutende Sogwirkung ausgelöst und zahlreiche junge SportlerInnen zum Rudersport gebracht.

Diese wiederum konnten  nicht nur selbst im Rudersport erfolgreich reüsieren, sondern haben jahrelang die Basis unterschiedlicher Gremien unseres Sports in Form von Funktionären, Mitarbeitern und viele, viele Sportfreunde gebildet und tun dies noch heute.

Eines der nachhaltigsten Verdienste unseres Vaters war aber auch, dass er durch seine grundsätzliche, sehr spaßorientierte Einstellung zum Sport im Allgemeinen und zum Rudern im Speziellen, eine Vorbildwirkung für seine Kinder, also für Sigi und mich, und in der Folge auch für die Enkelkinder – ob gewollt oder unbewusst – erzeugt hat.

Er hat uns das Rudern gezeigt, gelernt und in die Vereinsgemeinschaft eingeführt. Im Weiteren hat er sich aber nie in die Belange unserer Trainer, Betreuer etc. eingemischt, sondern mit einer respektvollen Distanz – manchmal zwar provokativ, aber immer nur familienintern – seine Meinung eingebracht.

Sehr oft waren diese, seine Einwürfe darauf bezogen, übertriebenen Ehrgeiz – bezogen auf Sportler, Trainer und Funktionäre – einzudämmen und die wesentlichsten Merkmale des Rudersports, den unvergleichlichen Erlebniswert, das Mannschafts- oder Gemeinschaftsgefühl und den individuellen Spaß am Sport und dem damit verbundenen Erfahrungen, voran zu stellen.

Durch diese bewusste und unbewusste “Steuerung” hat er erreicht, dass immerhin drei Generationen unserer Familie bei Olympischen Spielen rudern konnten, Erfahrungen und Erlebnisse machen durften, die für jede/n prägend, unvergleichlich und wie die Erinnerung an unseren Vater unauslöschlich sind.

Diese Form der “Begleitung”, die unser Vater seinen Nächsten zukommen hat lassen, haben für seine Familie, aber auch seine Freuden deutlich mehr Wert, als seine vielen Medaillen.

 

Verfasser: Sageder Michi