Am 22. April war es soweit. Die 106. Auflage des Duells Washington gegen Californien ging in Seattle im Bundesstaat Washington über die Bühne, in diesem Jahr mit dem ÖRV-Ruderern Christoph Seifriedsberger und Ferdinand Querfeld. Einen kurzen Bericht von Christoph Seifriedsberger finden Sie folgend.

Ähnlich dem Boat-Race Oxford-Cambridge treten beim Dual die University of Washington gegen die University of California an. Der Austragungsort wechselt jährlich zwischen den Heimstrecken der beiden Mannschaften (unsere Heimstrecke befindet sich in den Redwood-Shores nahe Stanford). Das Rennen geht über die übliche Distanz von 2.000m, bei dem ein Cal-Boot gegen sein Gegenüber aus Washington fährt. Also der 1. 8er von Cal, gegen den 1. 8er von UW, der 2. 8er von Cal gegen den 2. Achter von UW, usw. Das selbe galt auch für die Damenrennen. Ihr Duell fand nämlich zeit- und ortsgleich statt, was nicht wirklich üblich ist.

Im Vorfeld des Rennens wurde auch viel Medienarbeit betrieben, die das Dual bewarben und auch die Teams präsentierten. Nicht nur steckt viel Prestige und Tradition hinter dem Rennen, es ist auch das erste Aufeinandertreffen der beiden Top-Gerankten Uni-Mannschaften (Cal #1, UW #2). Daher konnte man auf spannende Rennen hoffen. Nur kurz zur Erklärung, in dem Ranking stimmen wöchentlich die Coaches der verschiedenen Universitäten ab, und bestimmen so ihren Favoriten. Die Mannschaft mit den meisten Stimmen für den 1. Platz scheint dann auch auf dem Spitzenplatz in der Rangliste auf. 

Der Druck der vor dem Rennen auf uns lag war enorm. Wir würden zum ersten Mal in dieser Rennsaison auf unseren Erzrivalen treffen, und verlieren war für keine der Mannschaften eine Option. Wir wussten, dass sie schnell sein würden, schließlich haben auch sie, ähnlich wie wir, ein starkes international-strukturiertes Team. Am Freitag dem 21. April flogen wir aus Oakland ab. Nach einem zweistündigem Flug ging es dann in Mietwägen an den UW-Campus, wo auch das Rennen stattfinden würde. Noch am selben Tag hatten wir eine kurze Einheit, um uns an die Bedingungen und die Strecke zu gewöhnen, und auch um unsere Muskulatur rennbereit zu bekommen. Unglücklicherweise hatte Ferdinand in seinem Achter eine Kollision und einen kleinen Bootschaden davongetragen. Glücklicherweise waren die Washington Mitglieder sehr hilfsbereit, und brachten das Boot schnell wieder in Schwung. 

Das Rennen fand am Samstag statt. Um genauer zu sein, Samstagvormittag. Das Wetter spielte leider nicht mit, und so hatten wir, zumindest in dem sehr offenen Startbereich mit Seiten-Gegenwind und Schaumkronen zu kämpfen, was das Rudern deutlich erschwert. Der Start selbst lief auch nicht ganz nach Plan. Zuerst verbrachten wir, auf Grund der Bedingungen 15 Minuten damit die Boote auszurichten, dann übersahen wir das Startkommando, sodass UW bereits den 2ten Schlag vollendet hatte, bevor wir unseren ersten machen konnten. Wir reagierten auch nur auf das Geräusch der gegnerischen Ruder, als sie ihren Start machten.

Zum Glück haben wir ein Team, dass schon sehr viel Erfahrung hat, und das viele Training, zahlte sich aus, als wir dann unseren Start nahezu automatisiert ausüben konnten. Dennoch hatten wir mit einer halben Länge Rückstand zu kämpfen. Aber das Rennen war ja noch jung. Außerdem war unser Schlagmann (Natan), so verbissen, dass wir noch innerhalb der ersten 500m eine halbe Länge Vorsprung herausholen konnten. Aber damit war das Rennen noch nicht gegessen. Washington ist nicht gerade für ihren Start bekannt, aber für ihre unglaublich schnelle zweite Streckenhälfte. Daher war es für uns ein Muss, ihre Attacken während des Rennens abzuwehren. Das gelang uns auch, und wir konnten das Rennen mit einer Länge Vorsprung für uns entscheiden.