Mit der Indoor-Meisterschaft am Sonntag in Wien steht für die heimischen Ruder-Asse die erste Standortbestimmung der Saison an.

 

Dass Österreich am Ruder-Ergometer eine internationale Macht darstellt, konnte sie im vergangenen Sommer bei den World Games in Breslau unter Beweis stellen, wo Anna Berger, Florian Berg und Magdalena Lobnig mit Gold, Silber bzw. Bronze dekoriert wurden. Am kommenden Sonntag auf der Schmelz in Wien geht es für die Elite nun darum, interne Richtwerte ehemaliger Größen ins Visier zu nehmen.

 

Es wäre schön, wenn mein Rekord fallen würde“, schmunzelt ÖRV-Sportdirektor Norbert Lambing, der bis heute die österreichische Herren-Bestmarke (5:54,6 Minuten) hält. Bei den leichten Damen (Michaela Taupe-Traer, 7:06,6 Minuten) und Herren (Wolfgang Sigl, 6:04,1 Minuten) stehen ebenfalls die Rekorde zurückgetretener Athleten, einzige aktive Ruderin in der Bestenliste ist Magdalena Lobnig bei den Damen (6:40,8 Minuten). Ob die Gesamt-Weltcupsiegerin des Vorjahres in Wien auch antreten kann, ist derzeit fraglich, schleppt sie doch seit geraumer Zeit eine Sehnenscheidenentzündung mit, zudem musste sie bis Anfang der Woche Antibiotika nehmen.

 

Neben den erstmals ausgetragenen European Sports Championships in Glasgow (2.-5. August) und der Weltmeisterschaft in Plovdiv (9.-16. September) steuert die rot-weiß-rote Flotte ein Jahr vor der Heim-WM in Ottensheim mit dem Weltcup in eben diesen Donauarmgewässern (22.-24. Juni) einem dritten Saisonhöhepunkt entgegen. „Dass die EM erst im Sommer stattfindet, ist für einen konzentrierteren Formaufbau super“, freut sich Lobnig, die die Weltmeisterin Jeannine Gmelin aus der Schweiz zu ihrer Hauptkonkurrentin erkoren hat. Unterdessen fährt Nationaltrainer Carsten Hassing sein Fernrohr bereits Richtung Tokio aus: „In Hinblick auf die 2019 beginnende Olympiaqualifikation wollen wir uns breiter aufstellen und mehr Boote in Position bringen.“

 

Magdalena Lobnig (Europameisterin, Olympia-Sechste 2016 im Damen Einer): „Ich empfinde das Ergo-Training als wichtigen Baustein. Es verleiht dir mentale Stärke und die Härte für den Wettkampf. Ich war in diesem Winter so gut wie noch nie und würde gerne mal unter 6:40 Minuten kommen. Das ist auch international ein Topwert.“

 

Anna Berger (World-Games-Siegerin 2017, Leichtgewicht): „Da es anders als am Wasser keine äußeren Einflüsse gibt und man mit der Technik nicht allzu viel bewirken kann, steht am Ende auch das da, was wirklich Sache ist. Der Rekord ist heuer aber wohl nicht drinnen, weil ich nicht gezielt darauf hintrainiert habe.“

 

Carsten Hassing (ÖRV-Nationaltrainer): „Das Ergometer-Rudern bildet die Basis für das Wasser. Jeder kennt die Normwerte der internationalen Spitzenruderer und versucht sich mit den Weltbesten zu messen. Unter den Athleten herrscht enormes Konkurrenzdenken.“

 

29. Internationale Österreichische Rudermeisterschaft 2018

Sonntag, 28. Jänner 2018

USZ1, Auf der Schmelz 6, 1150 Wien

Beginn: 8:00 Uhr, Eliteklassen ab 11:40 Uhr

 

Infos: www.ruderverband.wien/Indoor2018