Mit der 29. Internationalen Österreichische Indoor-Rudermeisterschaft stand am Sonntag auf der Schmelz in Wien für die heimischen Ruder-Asse die erste Standortbestimmung der Saison an. 

Bei den Damen sicherte sich erneut Magdalena Lobnig den Titel.  Die Europameisterin im Damen Einer von 2016, Olympia-Sechste 2016 und Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison präsentierte sich am Ergometer trotz des Handicaps einer Sehnenscheidenentzündung, die sie schon seit Herbst „begleitet“, und einer krankheitsbedingten Antibiotika-Einnahme in ausgezeichneter Form. Die Ruderin des VST Völkermarkt absolvierte die 2.000 Meter in 06:40.9 Minuten und verfehlte den von ihr gehaltenen Rekord nur um eine Zehntelsekunde. Die Silbermedaille ging an ihre Schwester Katharina Lobnig (06:59.1) vor Birgit Pühringer (07:02.6).

Nach dem Rennen freute sich Magdalena Lobnig über ihre Leistung, trauerte aber doch ein wenig dem knapp verpassten Rekord nach: „Ich weiß, dass ich so stark wie noch nie bin, deshalb bin ich sicher, dass ich den Rekord geschafft hätte, wenn ich richtig fit gewesen wäre. Einerseits freut mich die gute Zeit, andererseits ärgert mich das Zehntel doch ein bisserl.“ Nachsatz: „Im März gibt es aber noch eine Gelegenheit, da werde ich ihn knacken!“

In der Allgemeinen Klasse der Herren setzte sich Max Reindl durch. Mit einer Siegerzeit von 05:58.0 Minuten verpasste er zwar den noch immer von ÖRV-Sportdirektor Norbert Lambing gehaltenen Rekord um 3,4 Sekunden, verteidigte aber seinen Titel erfolgreich. Reindl wurde am Siegerpodest von Rudolph Querfeld (05:59.5) und Florian Walk (06:00.7) flankiert.

Bei den Leichtgewichts-Damen ruderte Louisa Altenhuber in 07:18.4 Minuten zur Goldmedaille (Rekord Michaela Taupe-Traer, 7:06,6). Sie konnte sich vor Anna Berger, World-Games-Siegerin 2017, den Titel sichern. Das Siegerinnenbild komplettierte Laura Arndorfer.

Indoor-Europameister Matthias Taborsky konnte sich bei den Leichtgewichts-Herren mit einer Siegerzeit von 06:05.8 Minuten den Titel sichern. Den Rekord von Wolfgang Sigl verfehlte er nur um 1,7 Sekunden. Platz zwei belegte Bernhard Sieber (06:12.0) vor Rainer Kepplinger (06:13.3).

Nationaltrainer Carsten Hassing war mit den Leistungen im Allgemeinen („Die Breite und das Niveau waren gut, es gab viele persönliche Bestleistungen“) und mit Österreichs Star-Ruderin Magdalena Lobnig im Speziellen zufrieden: „Das ist typisch Magdalena. Sie rudert einfach auf einem so hohen Niveau, dass sie auch gesundheitliche Rückschläge schnell wegstecken kann.“

Neben den erstmals ausgetragenen European Sports Championships in Glasgow (2.-5. August) und der Weltmeisterschaft in Plovdiv (9.-16. September) steuert die rot-weiß-rote Flotte ein Jahr vor der Heim-WM 2019 in Ottensheim mit dem heurigen Weltcup in Ottensheim (22.-24. Juni) einem dritten Saisonhöhepunkt entgegen. „Dass die EM erst im Sommer stattfindet, ist für einen konzentrierteren Formaufbau super“, freut sich Lobnig, die Weltmeisterin Jeannine Gmelin aus der Schweiz zu ihrer Hauptkonkurrentin erkoren hat. Carsten Hassing blickt bereits Richtung Tokio: „In Hinblick auf die 2019 beginnende Olympiaqualifikation wollen wir uns breiter aufstellen und mehr Boote in Position bringen.“

 

Internationale Österreichische Indoor-Rudermeisterschaft 2018Alle Ergebnisse: www.ruderverband.wien/Indoor2018