An diesem Wochenende gehen im weißrussischen Brest die 2018 European Rowing Under 23 Championships in Szene. Für Österreich verlief der erste Wettkampftag sehr erfreulich. Denn gleich fünf von zehn ÖRV-Booten zogen in ein A-Finale ein und werden Sonntag um Medaillen rudern.

Der Doppelzweier mit Gabriel Stekl und Jörg Auerbach schaffte den direkten Einzug ins A-Finale, wurde in seinem Vorlauf hinter Polen Zweiter. Die Medaillen-Entscheidung fällt am Sonntag um 12.50 Uhr. „Die Leistung ist umso erfreulicher, da es sich um ein neu zusammengestelltes Boot handelt, das hier nach zwei Wochen Training sein erstes internationales Rennen bestritten hat“, erläutert ÖRV-Nachwuchs-Bereichsleiter Christoph Engl.

Der Leichtgewichts-Einer mit Rainer Kepplinger zog nach Rang drei im Vorlauf souverän ins A-Finale ein. Der Vierte der U23-Weltmeisterschaft gewann seinen Zwischenlauf, feierte in 07:04.42 Minuten einen Start-Ziel-Sieg und ist ein heißer Medaillenkandidat. Das A-Finale geht am Sonntag ab 10.16 Uhr in Szene. „Der Finaleinzug war, wenn man so will, die Pflicht. Im Zwischenlauf konnte sich Rainer früh absetzen und die Gegner kontrollieren. Im Finale ist er zwar nicht der Top-Favorit, aber eine Medaille muss das Ziel sein. Es ist alles sehr eng, natürlich wird auch die Tagesform eine Rolle spielen“, so Engl.

Der Damen Einer mit Johanna Kristof ruderte ebenfalls ins A-Finale. Im Zwischenlauf lieferte sich die 18-Jährige einen packenden Dreikampf mit den Booten aus Lettland und Großbritannien. Kristof musste sich nach 2.000 Metern zwar Jelisaveta Simaceva knapp geschlagen geben, konnte aber Kathyrn Wilkinson-Feller noch abfangen. Nur 29 Hundertstel entschieden zu Gunsten der ÖRV-Athletin. Das Medaillen-Rennen startet am Sonntag um 12.02 Uhr. Engl: „Wir haben gehofft, dass es so kommt. Sie hat es wirklich spannend gemacht, aber auf den letzten Metern den Turbo gezündet. Es ist ihr erstes Einer-Finale, die Freude dementsprechend groß!“

Alexander Maderner und Johannes Hafergut im Leichtgewichts-Doppelzweier verpassten nur knapp den direkten A-Final-Einzug. Diesen holten sie aber am Nachmittag in beeindruckender Manier nach. Als Zwischenlauf-Sieger vor Großbritannien und Russland ließen die beiden ÖRV-Athleten nichts anbrennen und wollen im Medaillen-Kampf (Sonntag, 13:27 Uhr) ein gewichtiges Wort mitreden. „Sie haben ihre Sache sehr routiniert gemacht, ein tolles Rennen abgeliefert und souverän den Finaleinzug geschafft. Für sie gilt Ähnliches wie für Rainer Kepplinger. Die beiden werden am Sonntag wieder angreifen. Alle starten wieder bei null“, zeigte sich der ÖRV-Nachwuchs-Coach sehr zufrieden.

Der Leichtgewichts-Doppelvierer wurde im Vorlauf nur von Tschechien geschlagen. Da ein Boot zurückzog, waren nur sechs Crews am Start, das A-Finalticket hatte das ÖRV-Quartett daher bereits vor dem Rennen in der Tasche. Um Edelmetall rudern Sebastian Kabas, Lukas Kreitmeier, Levi Weber und Umberto Bertagnoli am Sonntag ab 11.50 Uhr. „Ziel ist es auch hier“, so Engl, „im Kampf um die Medaillen eine gute Rolle zu spielen!“

Lara Tiefenthaler im Leichtgewichts-Einer fehlten 3,46 Sekunden auf das A-Finale. Sie wurde im Zwischenlauf Dritte hinter Großbritannien und Rumänien. Auch der Damen-Doppelzweier Chiara Halama/Miriam Kranzmüller belegte in seinem Zwischenlauf Rang drei. Die hinter Deutschland zweitplatzierten Schweizerinnen querten 1.42 Sekunden vor dem ÖRV-Duo die Ziellinie. ÖRV-Coach Engl: „Wie das Ergebnis zeigt, waren sie voll dabei. Ein weiterer Schritt vorwärts, auch wenn es leider fürs A-Finale noch nicht ganz gereicht hat. Es gilt, am Sonntag noch einmal alles zu geben und das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.“

Der Männer-Vierer ohne hatte im Vorlauf wegen eines Defekts großes Pech. Das Boot wurde aber repariert, sodass Martin Animashaun, Maximilian Hornacek, Patrick Laggner und Mattijs Holler im Zwischenlauf an den Start gehen konnten. Das Quartett ruderte auf Platz drei, nur geschlagen von Litauen und Ungarn. Die Top-6 wurden um eineinhalb Sekunden verpasst. Somit tritt auch unser Männer-Vierer am Sonntag im B-Finale an. „Durch den Defekt war der Hoffnungslauf ihr erstes Rennen bei dieser EM. Sie sind aber gut hineingekommen und schon motiviert für morgen“, resümiert der ÖRV-Trainer.

Im Männer-Doppelvierer fiel David Neubauer krankheitsbedingt aus. Benedikt Neppl, Jakob Stadler und Leopold Wiesinger bestritten ihren Vorlauf nur zu dritt. „Das ist eher unüblich, aber erlaubt“, erläutert Engl. Sie durften daher im Zwischenlauf starten. Einer-Ruderer Thomas Lehner sprang für Neubauer ein. Man konnte allerdings in den Kampf um den Einzug unter die Top-6 nicht eingreifen und steht somit im B-Finale. „Wenn ein Athlet so kurzfristig ersetzt werden muss, ist es natürlich nicht optimal. Aber die Burschen haben ihre Aufgabe in einem sehr ausgeglichenen Starterfeld gut gelöst. Ziel für Sonntag ist es, sich noch einmal zu steigern“, so der ÖRV-Coach weiter.

Der LG-Doppelzweier Valentina Tollinger/Alexandra Breschan musste auf ein Antreten verzichten. Breschan wurde nach einer Erkrankung nicht rechtzeitig fit.

 

ÖRV-Ergebnisse U23-EM in Brest/BLR (1. – 2. Sept. 2018)

Damen

Einer (BW1x)

Johanna Kristof (VST): Vorlauf Platz 4 (07:53.79) -> Zwischenlauf Platz 2 (07:48.99) -> A-Finale (So., 12.02 Uhr)

Leichtgewichts-Einer (U23LW1x)

Lara Tiefenthaler (STA): Vorlauf Platz 5 (08:07.71 Minuten) -> Zwischenlauf Platz 3 (07:55.26) -> B-Finale (So.)

Doppelzweier (BW2x)

Chiara Halama (ALE)/Miriam Kranzmüller (WLI): Vorlauf Platz 3 (07:16.50) -> Zwischenlauf Platz 3 (07:13.66) -> B-Finale (So., 08.45 Uhr)

Herren

Leichtgewichts-Einer (BLM1x)

Rainer Kepplinger (OTT): Vorlauf Platz 3 (07:17.12) -> Zwischenlauf Platz 1 (07:04.42) -> A-Finale (So., 10.16 Uhr)

Doppelzweier (BM2x)

Gabriel Stekl (IST)/Jörg Auerbach (ERA): Vorlauf Platz 2 (06:27.07) -> A-Finale (So., 12.50 Uhr)

Leichtgewichts-Doppelzweier (BLM2x)

Alexander Maderner (STA)/Johannes Hafergut (PIR): Vorlauf Platz 2 (06:44.15) -> Hoffnungslauf Platz 1 (06:31.33) -> A-Finale (So., 13.27 Uhr)

Leichtgewichts-Doppelvierer (BLM4x)

Sebastian Kabas (FRI)/Lukas Kreitmeier (PIR)/Levi Weber(PIR)/Umberto Bertagnoli (PIR): Vorlauf Platz 2 (06:04.61) -> A-Finale (So., 11.50 Uhr)

Vierer ohne (BM4-)

Martin Animashaun (DOW)/Maximilian Hornacek (STA)/Patrick Laggner (OTT)/Mattijs Holler (LIA): Vorlauf technischer Defekt -> Zwischenlauf Platz 3 (06:11.32) -> B-Finale (So., 08.50 Uhr)

Doppelvierer (BM4x)

Benedikt Neppl (LIA), Jakob Stadler (OTT), Leopold Wiesinger (STA),  David Neubauer krank (OTT): Vorlauf zu dritt am Start -> Zwischenlauf mit Ersatzmann Thomas Lehner Platz 6  (06:01.361) -> B-Finale (So., 08.20 Uhr)

Einer (BM1x)

Thomas Lehner (ERA): Vorlauf Platz 4 (07:19.21) -> Zwischenlauf nicht angetreten

Links:

Website FISA: www.worldrowing.com

Offizielle Website U23-EM: http://eru23ch2018.com

Livestream: www.youtube.com/c/WielkopolskiewioslarstwoPl/live