Der Österreichische Ruderverband hat mit Robert Sens einen neuen Nationaltrainer gefunden. Der 42-jährige Deutsche wird im Mai seine neue Tätigkeit aufnehmen. 

Die Corona-Pandemie hat bekanntermaßen zur Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio geführt, diesen Umstand hat der Vorstand des ÖRV als Chance gesehen und sich nach Abschluss der Bewerbungsphase rasch für Robert Sens als neuen ÖRV-Nationaltrainer entschieden. 

ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer: Der Österreichische Ruderverband hat die Gunst der Stunde genutzt und das window of opportunity, das durch die Verschiebung der Olympischen Spiele aufgegangen ist, sofort genutzt und einen neuen Nationaltrainer unter Vertrag genommen.“

Nussbaumer weiter: „Ich bin sehr stolz, dass wir international durch unsere Erfolge und unsere gute Verbandsarbeit als sehr attraktiver Arbeitgeber gelten und daher sehr viele, sehr gute Bewerber aus aller Welt für diese Position hatten, die es sich hätten vorstellen können, ihre Karriere in Österreich fortzuführen. Das Trainerkarussell hat sehr rasch begonnen sich zu drehen und wir waren darauf vorbereitet, den mutigen Schritt zeitnah zu setzen.“

Die Entscheidung für den ÖRV und für Österreich ist auch dem dreimaligen Weltmeister Robert Sens leichtgefallen: „Der Österreichische Ruderverband ist ein international aufstrebender Ruderverband und dies ist eine extrem attraktive Position, auf die ich mich unheimlich freue. Österreich ist ein wunderschönes Land mit wunderbaren Trainingsrevieren, viele Nationen verbringen hier viel Zeit. Es haben viele Punkte dafürgesprochen.“

Startschuss für die Olympischen Spiele 2021

Mit Robert Sens als Nationaltrainer geht der ÖRV in die verlängerte Vorbereitung zu den Olympischen Spielen in Tokio. Ziel ist es nach wie vor, weitere Boote für Olympia zu qualifizieren. „Der ÖRV hat mit seinen Athleten eine irrsinnig gute Entwicklung geschafft und es freut mich, diese weiterführen zu können und hier dabei sein zu dürfen“, sagt Robert Sens, der selbst in seiner aktiven Karriere zweimal (2000 und 2004) an der olympischen Regatta teilgenommen hat.

Horst Nussbaumer: „Mit Robert Sens werden wir die Olympiavorbereitung für die Olympischen Spiele in Tokio in Angriff nehmen und die Zeit effektiv nutzen, um den Olympiakader optimal auf die bevorstehenden Wettkämpfe vorzubereiten. Ich kenne Robert schon seit meiner Zeit als aktiver Athlet und habe größtes Vertrauen, dass wir eine sehr erfolgreiche Zeit gemeinsam gehen werden, worauf ich mich sehr freue. Mit unserem raschen Handeln geben wir unseren Athleten Sicherheit und neue Entwicklungschancen. 

Der Trainer Robert Sens

Eine ÖRV-Athletin kennt Robert Sens bereits als Trainer. Seit Oktober 2019 trainiert Magdalena Lobnig, die sich im Einer bereits für die Olympischen Spiele in Tokio qualifizieren konnte, mit der nunmehr ehemaligen Trainingsgruppe von Sens. „Die Zusammenarbeit mit Magdalena hat viel Spaß gemacht, sie hat sich in die Gruppe super integriert, viel Input eingebracht und ich freue mich mit ihr weiter zusammenzuarbeiten. Sie ist eine Athletin mit viel Potential und sie war auch ein wichtiger Punkt oder wie man so schön sagt, das Tüpfelchen auf dem i für meine Entscheidung für den ÖRV“, sagt Sens. 

Wenn man nach seiner Trainingsphilosophie fragt, bekommt man oft das Wort Individualität zu hören. „Was für Athlet A richtig ist, muss für Athlet B nicht richtig sein. Was für Athlet A zu diesem Zeitpunkt richtig ist, muss für ihn zu einem späteren Zeitpunkt nicht richtig sein. Ich setze auf Individualität, ich habe das Verständnis, das jeder Athlet ein Universum für sich ist“, sagt Sens. 

Das bestätigt auch ÖRV-Aushängeschild Magdalen Lobnig: „Er schaut ganz genau hin, was jeder Athlet braucht. Trainingspläne werden, wenn notwendig, jeden Tag adaptiert. Die Athleten werden nicht über einen Kamm geschert. Er schaut einfach darauf, dass es den Athleten gut geht und versucht ihnen den Trainingsalltag zu erleichtern, sodass sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können.“

Im Mai wird Sens nach Wien übersiedeln, um sobald wie möglich Trainer und Athleten kennenzulernen. Im Juni nach Schulschluss soll dann seine Familie nach Wien folgen.

Zur Person Robert Sens

Geboren am 29. Oktober 1977 

Wichtigste Erfolge als Athlet (Auszug): 

  • Olympiateilnahme: 2004 Athen (Doppelvierer) und 2000 Sydney (Zweier ohne)
  • Dreifacher Weltmeister: 2003 Mailand (Doppelvierer), 2002 Sevilla (Doppelvierer), 1998 Köln (Zweier ohne)

Highlights der beruflichen Laufbahn (Auszug): 

  • Verantwortlicher Trainer „U23 Männer Skull leicht“ des Deutschen Ruderverbandes (LM2x Gold 2013/14/15 bei U23 WM)
  • Gründung „Rowing in Mainz“ – Ruderschule/Consultancy
  • „Trainer des Jahres“ in Rheinland-Pfalz – 2015
  • Qualifikation mit Athleten des Mainzer Rudervereins für die Olympischen Spiele (Sebastian Schmidt 2012; Moritz Moos, Jason Osborne 2016)
  • 28 Nationale Meisterschaften für MRV Athleten zwischen 2009 und 2019
  • 13 WM-Goldmedaillen von MRV-Athleten zwischen 2009 und 2019 bei Weltmeisterschaften aller Altersklassen
  • Verantwortlicher Trainer „Männer Skull leicht“ des Deutschen Ruderverbandes (drei WM-Medaillen 2018/2019 und eine Weltbestzeit im LM1x)

Laufbahn als Trainer: 

  • 2009 – 2020 – Landesruderverband Süd-West e.V. – Leitender Landestrainer
  • 2018 – 2020 – Deutscher Ruderverband – Disziplingruppentrainer “Männer Skull leicht”
  • 2018 – Ende 2019 – Ungarischer Ruderverband – High Performance Director, Verantwortung des High-Performance Bereichs
  • 2017 – Ungarischer Ruderverband – Berater des Nationaltrainers, Mitglied der Nominierungskomission
  • 2013 – 2015 – Deutscher Ruderverband – Disziplingruppentrainer “U23 Männer Skull leicht”

Erfolge als Trainer (seit 2015):

2019 

1. Platz – LM 2x – European Championships, Luzern
1. Platz – LM 2x – World Cup, Poznan
1. Platz – LM 2x – World Cup, Rotterdam
3. Platz – LM 2x – World Championships, Linz 

 

2018 

1. Platz – LM 1x – World Championships, Plovdiv – Weltrekord
1. Platz – LM 4x – World Championships, Plovdiv
1. Platz – LM 1x – World Cup Belgrad
1. Platz – LM 1x – World Cup Linz
1. Platz – LW 1x – World Cup Luzern
1. Platz – LM 4x – World Cup Luzern
2. Platz – LM 4x – World Cup Linz 

2017 

5. Platz – LM 2x – European Championships, Racice
6. Platz – LM 2x – World Championships, Sarasota 

2016 

2. Platz – LM 2x – European Championships, Brandenburg
9. Platz – LM 2x – Olympic Games Rio de Janeiro
2. Platz – LM 4x – U23 WM, Rotterdam (Heimtrainer von Schneider/Grebner/Dreismickenbecker) 

2015 

6. Platz – LM 2x – World Championships, Aiguebelette
1. Platz – LM 2x – U23 World Championships, Plovdiv (Heimtrainer von P. Grebner);
2. Platz – LM 4x – World Championships Aiguebelette (Heimtrainer von P. Grebner);
1. Platz – LM 8+ – World Championships, Aiguebelette (Heimtrainer von C. Mertens / S. Barr) 

(Archivfoto Kaster)