Seit Ende der vergangenen Woche befindet sich Österreichs Ruder-Nationalteam auf Trainingslager am Weißensee in Kärnten. Noch bis 4. Juli arbeiten die ÖRV-Athleten erstmals unter Anleitung von Neo-Nationalteamtrainer Robert Sens. Mit dem Engagement des 42-jährigen Deutschen hat sich der Österreichische Ruderverband erst vor rund eineinhalb Monaten mitten in der Corona-Krise neu aufgestellt.

Das mittelfristige Ziel sind freilich die Sommerspiele 2021 in Tokio, die bekanntlich Pandemie-bedingt um ein Jahr verschoben werden mussten. Langfristig will Sens, der als Aktiver dreimal Weltmeister war und seit Anfang Mai im Amt ist, den Rudersport in Österreich möglichst breit aufstellen – nicht nur an der Spitze, sondern vor allem auch im U23- und Junioren-Bereich – um so die Basis für Medaillen und Top-Platzierungen bei Großveranstaltungen aller Altersklassen legen.

„Es macht sehr viel Spaß und ist schon viel passiert“, zeigt sich Sens mit seinen ersten Wochen, aber auch mit dem bisherigen Verlauf des Trainingslagers zufrieden. „Das Wetter hat zwar noch nicht ganz mitgespielt, wir hatten doch viel Regen, aber insgesamt ist es sehr gut angelaufen, alle sind hochmotiviert“ Selbst Corona beeinflusst den Alltag am Weißensee nicht. „Die Lockerungen der vergangenen Wochen ermöglichen es uns“, erläutert Sens, „hier voll fokussiert zu arbeiten. Wir dürfen auch wieder mit den Großbooten fahren!“ Sens betont aber auch, dass „natürlich Hygiene extrem wichtig bleibt. Sie ist allerdings aufgrund der hohen Belastung im Rudersport und einer daher generell höheren Anfälligkeit bei uns sowieso immer ein Thema. Mit Teamarzt Dr. Richard Malousek haben wir hier außerdem einen absoluten Fachmann an unserer Seite, der aufpasst.“

Unterstützt soll Sens in Zukunft vom Erfolgscoach David Thompson werden. Der Neuseeländer bringt zahlreichen Olympia- und WM-Medaillen als Referenz mit. „Er ist bereits hier am Weißensee vorbeigekommen. Die ersten Gespräche waren sehr vielversprechend. Ab August ist geplant, mit Dave in die eigentliche Olympia-Vorbereitung hinein zu starten“, freut sich der neue Nationaltrainer schon auf die Zusammenarbeit mit dem 52-Jährigen.

Durch die Covid-19-Pandemie und die aus ihr resultierenden Olympia-Verschiebung wurde die Rudersaison 2020 nicht nur ihres Highlights beraubt, sondern fand bislang gar nicht statt. Keine Olympia-Qualifikation, keine Weltcups, überhaupt keine internationalen Regatten. Eine Gelegenheit, sich untereinander zu messen, werden Europas Top-Athleten aber heuer nach derzeitigem Stand dennoch erhalten: Von 9. bis 11. Oktober ist die EM in Poznan/Polen angesetzt. Die U23-Europameisterschaft (Duisburg/Deutschland) ist bereits für 5./6. September geplant, jene der Junioren (Belgrad/ Serbien) für 26./27. September.

Link Orthopädie Malousek